Samstag, 16. April 2005

Überfürsorgliche Männer

Nachdem mich jetzt auf einer Singleseite eine Frau, die mir schon nach ihrer ersten Mail nicht mehr geantwortet hat und zwei Männer geschrieben haben, obwohl ich in keiner Zeile behauptet habe, dass ich nach einem Mann suche, stehe ich kurz vor der Resignation und werde wahrscheinlich bald eine Pause von meiner Suche brauchen, da ich es ansonsten bald nicht mehr verkraften werde.
Ich weiß nicht was mir mehr Angst macht, die Tatsache, dass ich von der einzigen Frau die mir geschrieben hat, schon nach der ersten Nachricht von mir, in der gar nichts Außergewöhnliches stand, keine Antwort mehr bekam oder dass mich dauernd Männer anschreiben.
Vielleicht liegt es ja nur an meinem Namen, der zwar nicht eindeutig einem Geschlecht zugeordnet werden kann, aber wahrscheinlich doch eher mit Weiblichkeit assoziiert wird. Dennoch sollte dieses kleine Männlichkeitssymbols neben meinem Namen eigentlich sicherstellen, dass ich nicht als weiblich wahrgenommen werde. Auch wenn man annimmt, dass ich bei der Anmeldung selbst nicht gewusst habe, ob ich nicht vielleicht doch eine Frau bin, sollte man spätestens nachdem man sich mein Profil durchgelesen hat sicher sein, dass ich vielleicht doch gewusst habe was ich bin. Aber möglicherweise habe ich die Fragen in meinem Profil zu genau ausgefüllt, so dass man doch ein paar Zeilen überfliegen muss um sicherzugehen dass ich wirklich ein Mann bin und so viel zu lesen kann man anscheinend auch nicht allen Männern zumuten. Da aber auch Männer, die nicht so gerne Profile lesen von Haus aus natürlich Gentlemen sind, ignorieren sie gekonnt alle Anzeichen für mein Geschlecht und schreiben mich an, damit ich als „Frau“ nicht auf Grund meines dummen „Fehlers“ zum ewigen Singledasein verurteilt bin (ich wünschte Frauen wären so Fürsorglich). Anscheinend um mich über meinen „Fehler“ hinwegzutrösten und um alles was ich daher verpasst habe nachzuholen fragen sie mich sofort ob ich sie nicht über ihre Webcam beobachten möchte.

Oder stehe ich am Ende doch auf Männer und weiß es gar nicht? Können es homosexuelle riechen, dass sie sich das Profil eines Gleichgesinnten durchlesen? Können auch Frauen meine unbewusste Homosexualität riechen und schreiben mir darum nicht zurück??

Auf jeden Fall sollte ich wohl mein Profil ändern, so dass eindeutig erkennbar ist was ich suche. Nur bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob ich nicht doch nach einem „normalen“ Mann im Internet Ausschau halten sollte.

Samstag, 9. April 2005

Endlich Regen!

Nach mindestens drei Monaten ohne richtigen Regen, regnet es heute und das schon den ganzen Tag, das fast ununterbrochen. Eigentlich hatte ich schon vor drei Wochen mit einem richtigen Regentag gerechnet, doch leider hat das Vorhergesagte Regenwetter mich wohl in weitem Bogen umschifft, so dass ich nichts davon hatte. Dazwischen kam es zwar öfter zu einem kleinen Nieseln, aber leider gab es nie einen richtigen Dauerregen oder gar einen schönen Wolkenbruch. Doch heute regnet es endlich, fast lautlos aber doch unaufhaltsam und unglaublich friedlich. Ich könnte den ganzen Tag am Fenster stehen und den Regen beobachten. Nicht dass ich nicht auch Sonnenschein mögen würde, aber Regen ist ebenfalls etwas Wunderbares und Schönes. So ein kleiner Spaziergang bei feuchtem Wetter mit einem Schirm in der Hand kann etwas sehr Aufbauendes und Kraftschöpfendes sein. Das Wasser dabei zu beobachten, wie es kleine Seen bildet oder die Straße zu seinem Flussbett macht, kann etwas sehr Faszinierendes sein.
Für mich hat der Regen aber auch etwas sehr praktisches an sich und zwar, dass nach dem langen Winter endlich mein armes kleines Auto wieder vom Salz befreit wird. Mein Auto gehört normalerweise wohl zu den dreckigsten in der gesamten Nachbarschaft, aber warum sollte ich es waschen, wenn das auch der Regen für mich übernehmen kann? Natürlich freut sich der Lack wahrscheinlich nicht besonders über das Salz, dass den gesamten Winter auf ihn einwirkt, aber dennoch warte ich immer lieber auf den nächsten anständigen Regen und als Unterbodenwäsche wird es ja wohl reichen, wenn ich durch die Wasserlacken fahre ;-)?!? Wenn ich ein Cabrio hätte würde ich über Regen vielleicht auch anders denken und mich immer Fragen für was ich ein Cabrio habe, wenn es „andauernd“ regnet, aber so sind Regenfahrten wirklich schön. Außerdem scheint es mir, als wäre ich bei Regen noch viel sanftmütiger als sonst. Mir kommt es überhaupt fast so vor, als wären auch viele andere bei Regenwetter gelassener als an einem heißen Sommertag, schon alleine, weil man in der Stadt viel seltener die Hubkonzerte der Autofahrer hört, als an einem heißen Sommertag, an dem alle Gas geben möchten. Für mich ist es auf alle Fälle ein absolut beruhigendes Gefühl, wenn die Regentropfen an die Fensterscheiben prasseln und genau die richtige Zeit, um mich einmal so richtig sammeln zu können.
Das Alles natürlich völlig davon abgesehen, dass auch die Natur ihre regelmäßigen Regenfälle benötigt.

Samstag, 2. April 2005

Drucker und ihr Eigenleben

Ist eigentlich schon jemandem aufgefallen, dass Computer nur dann funktionieren, wenn sie es für angebracht halten? - Insbesondere wenn es um das Drucken geht!

Mein Drucker ist zwar schon etwas älter, aber er erweist mir eigentlich immer gute Dienste, so lange ich ihn nicht brauche. Er steht da, dient als Staubfänger und wartet nur darauf, dass ich ihn einschalte und ihm einen Druckbefehl gebe und wenn ich genug Zeit habe und ihn nicht hetze druckt er sogar was ich ihm sage! Gut, manchmal nimmt er gleich drei Blätter auf einmal und schafft es eine Textdatei so auf drei Seiten aufzuteilen, aber wenn man es nicht eilig hat, verzeiht man ihm diese kleine Altersschwäche, man wird ja selbst auch nicht jünger.

Sobald man aber eine Seite drucken will, die man eigentlich schon gestern gebraucht hätte, will er nicht mehr. Es beginnt immer damit, dass ich einen Druckauftrag sende, so weit so gut, keine Fehlermeldung aber der Drucker druckt nicht. Ich öffne die Druckerwarteschlange, wo steht, dass gedruckt wird. Es steigt langsam Panik auf und ich aktualisiere die Druckerwarteschlange einige Male, irgendwann kommt dann eine Meldung, dass nicht mit dem Drucker kommuniziert werden kann. Natürlich überprüfe ich sofort, ob ich in meiner Angst den Drucker auch aufgedreht habe, natürlich, das Lämpchen leuchtet doch! Ich versuche den Druckauftrag abzubrechen – es geschieht nichts – ich aktualisiere sechs Mal in Folge die Druckerwarteschlange – endlich! Er schreibt, dass der Druckauftrag gelöscht wird – Ich warte eine Minute, zwei Minuten – der Druckauftrag wird noch immer gelöscht – wie lange braucht er zum löschen eines Druckauftrages? – Der Erfahrene Anwender weiß,
dass sich das Löschen von Druckaufträgen zwischen sofort bis zu einem noch nicht gefundenen Zeitpunkt hinziehen kann. Es würde mich in der Tat nicht wundern, wenn es Leute gäbe, die noch immer darauf warten, dass die Neujahrschreiben aus dem Jahr 2000 endlich aus der Druckerwarteschlange gelöscht werden, wenn sie schon nicht gedruckt werden können. Geduldige Menschen würden wahrscheinlich warten, bis sich der Rechner ins Nirwana verabschiedet und dann vielleicht erwägen den Reset-Knopf zu drücken. Aber eilig wie ich es nun einmal habe kann ich nie so lange warten. – Doch diesmal habe ich Glück! Überraschenderweise dauerte der Löschauftrag diesmal „nur“ drei lächerliche Minuten (was ist das schon wenn man es eilig hat?? - Doch nur eine kleine Ewigkeit, für einen alten Drucker ist das doch gar nichts, die braucht er normalerweise schon fast um sich nur einzuschalten!). Die drei Minuten habe ich aber gut durch ständig wiederholendes, fast manisches aktualisieren der Druckerwarteschlange gut genutzt und verging so fast wie im Flug! – Nachdem die Druckerwarteschlange wieder leer ist, überprüfe ich noch einmal ob sich keine Steckverbindung gelöst hat und der Drucker noch läuft und schicke anschließend einen neuen Druckauftrag – oh Wunder! Er druckt! – Ich sehe mich schon erlöst, als ich erspähe was er da druckt: §$%§$’#&%/+*& (Man beachte die schwarzen Pikherzen! Möchte er mir damit sagen, dass er mich hasst, weil ich ihm dauernd aus seinem Tiefschlaf hole??) - Moment einmal, das war aber nicht das, das ich ihm geschickt habe!!! – Die Panik steigt! – Ich schalte ihn aus – Ich möchte nicht mehr darauf, warten, dass die Druckerwarteschlange gelöscht wird und starte neu, was im Normalfall weitaus schneller von statten geht als das Warten auf die Löschung der Warteschlange – Während ich darauf warte, dass Windows fertig neu gestartet wird, schalte ich den Drucker wieder ein, der mich sogleich mit seinem üblichen Murren freudig? begrüßt. – Nachdem Windows endlich wieder bereit ist meinen Befehlen zu „folgen“, schicke ich dem Drucker noch einmal meinen Druckbefehl. – Welch ein Wunder, er druckt!, sofort!, ohne Zicken! Aber noch ist es zu früh sich zu freuen, er könnte mir genauso wieder in seiner unverständlichen Sprache Hasstiraden schicken! – Aber nein er druckt, als wenn nichts passiert wäre, verschmiert wie immer, aber er hat gedruckt! Ohne irgendein Aufbegehren! Dankbar schalte ich ihn ab, lobe ihn leise und verschwinde schnellstens mit meinem neuen Lesestoff aufs WC! (OK, der letzte Satz war nicht ernst gemeint, der Rest leider schon!)

Aber jetzt überlege ich mir schon aus Rache, weil mich mein alter Drucker immer wenn ich ihm am meisten brauche, so im Stich lässt einen Neuen zu kaufen, schließlich kosten neue Patronen für meinen Alten mehr als ein Neuer inklusive neuer Patronen und auch die Patronen vom Neuen sind fast teurer als ein brandneuer Billigdrucker, da würde es sich doch schon fast auszahlen sich immer einen neuen Drucker zu kaufen, statt die Patronen zu wechseln! Wenn ich mir nur nicht so große Sorgen um die Umwelt machen würde, würde ich das ernstlich in Erwägung ziehen!

Freitag, 1. April 2005

Feste Standpunkte

Nach mehreren Anläufen und noch mehr Überarbeitungen ist jetzt ein Beitrag entstanden, der eigentlich nur noch Ansatzweise mein ursprüngliches Thema aufgreift, aber mich ebenso beschäftigt.

Gestern vor dem Aufstehen habe ich mir wieder einmal überlegt, wie die Welt wohl wäre, wenn die Leute öfter auch andere Meinungen gelten lassen würden. Die Welt müsste doch viel friedlicher sein, wenn jeder die Meinung der Anderen, bevor er sie anfechtet, zumindest ausreichend überdenken würde. Oft würde es doch schon reichen, wenn man sich nur in einen Anderen hineinversetzen würde, ohne gleich die fremde Meinung bis in die letzte Konsequenz zu durchdenken.

Wieso denken manche, dass sie die einzig wahre Ansicht vertreten, sei es nun Religion, Politik oder auch nur die Frage nach der Sockenfarbe (entschuldige Perdi, nichts gegen Dich, ich respektiere Deine Meinung in dieser Hinsicht voll und ganz. Es bezieht sich auch nicht wirklich auf Dich, sondern war nur, das erste Beispiel, das mir eingefallen ist. - Ich befürchte schon, dass ich demnächst einmal in Deinem Blog von Dir angekreidet werde. Aber Du hast das Sockenthema bestimmt anstandsgemäß überdacht, bevor Du Dich da festgelegt hast!)
Warum müssen sich Leute gegenseitig die Köpfe einschlagen, nur weil sie „Fans“ unterschiedlicher Fußballvereine sind? Warum kann nicht gerade der Sport die Menschen vereinen? Brauchen die Menschen in Wirklichkeit Streitereien und Kriege um überhaupt glücklich sein zu können und benutzen Meinungsverschiedenheiten nur als Vorwand für diese?

Kann man nicht zwei völlig konträre Meinungen in eine friedliche Koexistenz bringen? Kann man sich nicht manchmal darauf einigen, dass es keine Einigung gibt, „Let’s agree to disagree!“ wie es im Englischen so schön heißt? Warum können sich manche bei einigen Themen nicht darauf einigen, dass es keine absolute Wahrheit gibt, dass man auch Kompromisse eingehen muss. Kann man sich nicht darauf einigen, dass die Wahrheit nicht schwarz oder weiß, sondern irgendeine Mischung daraus ist? Ist es wirklich so oft notwendig, dass man jedem seine eigene Meinung aufzwingt? Wäre es nicht ein wenig fad, wenn jeder die gleichen Meinungen vertreten würde und alles im gleichen Trott ablaufen würde? Wenn man zum Beispiel vorgeben würde, dass es nur einen einzigen richtigen Weg gibt eine Party zu gestalten, würde dann nicht bald der größte Partytiger zum Partymuffel werden?
Wo wären die Menschen heute, wenn die ersten Leute regeln aufgestellt hätten, die jeden neuen Standpunkt unterdrücken?
Das sind nur ein paar Gedanken, die mir in letzter Zeit durch den Kopf gegangen sind und mich auch öfter beschäftigen, wenn ich mir die Nachrichten ansehe. Ich hoffe jedenfalls, dass ich mich niemals zu jemandem entwickle, der schon aus Prinzip die Meinungen anderer als Blödsinn hinstellt, ohne sich auch nur eine Sekunde damit befasst zu haben, welchen Ursprung und welchen Sinn diese haben könnte.

Ich weiß natürlich, dass das Alles altbekannte Meinungen sind und ich damit keine Neuigkeiten verbreite und wollte das auch gar nicht es hat mich wie gesagt nur beschäftigt. Schon gar nicht erwarte ich, dass ich damit irgendjemanden verändern könnte, schließlich lesen wahrscheinlich ohnehin nur Leute meine Meinungen, die sowieso für Alles offen sind.

Donnerstag, 31. März 2005

Männertest

Nachdem ich mit meiner Frage nach dem verbleib der Frauen in Singleplattformen vor allem bei einer wirklich netten Dame, die mich die Anschauung des Themas überdenken ließ, unerwartet viel Staub aufgewirbelt habe, habe ich mich dazu veranlasst gesehen zu überprüfen, ob es wirklich so wenige Männer gibt, die eine langfristige Beziehung anstreben. Daher habe ich mir 100 Profile angeschaut und bewertet.

Ich habe die Profile ohne Rücksicht auf Alter oder Aussehen beurteilt und habe dabei stets angenommen, dass diese möglichst ehrlich ausgefüllt wurden, wenn es grobe Widersprüche gab, habe ich die Profile natürlich eher negativ bewertet.

So habe ich 10 Profile gefunden, die mir wirklich sympathisch, 17 die ich ganz in Ordnung und 12 die ich als noch passabel empfand außerdem gab es dann noch 10 Profile, die zwar wenig Infos boten aber doch relativ sympathisch auf mich wirkten, womit ich insgesamt 49 von den 100 getesteten Profilen als Frau zumindest in Erwägung ziehen würde.

35 der von mir bewerteten Profile waren von Männern, die anscheinend mehr eine Sexbeziehung, eine Barbie oder dergleichen suchten, als eine feste Beziehung und dann gab es noch 16 Profile, die eher wenig Infos beinhalteten aber doch eher unsympathisch wirkten.


Das Ergebnis hat mich zwar nicht sonderlich überrascht, aber doch etwas irritiert, da nachdem ich die Meinung von Perdi (entschuldige bitte, dass ich dich da jetzt hineinziehe, aber du warst schließlich der Grund für die kleine Studie) über die Männer auf solchen Plattformen erfahren habe, hatte ich eigentlich mit weit mehr unsympathischeren Männern gerechnet. Vielleicht war ich bei der Bewertung auch ein bisschen subjektiv und oder naiv und es kam so das „gute“ Ergebnis zustande. Jedenfalls finde ich das Resultat nicht so schlecht und es entspricht in etwa meinen Erwartungen. Ich kann natürlich nicht nachvollziehen wie viele von denen, die ich als OK eingestuft habe, auch noch nach einer Kontaktaufnahme in Ordnung sind, wahrscheinlich fallen da wieder ca. 40% weg und beim ersten treffen höchstwahrscheinlich noch mal 40% oder mehr, aber das ist etwas, dass ich wirklich nicht testen möchte, da verlasse ich mich lieber auf Frauen die schon mehr Erfahrungen damit gemacht haben.

Wenn ich allerdings nur die 10% der Männer nehme, die mir wirklich sympathisch waren, dann würde das schon eher mit den Erfahrungen von Perdi übereinstimmen, womit ich sie wiederum ganz gut verstehen würde. Entspricht dieser kleine Test auch nur annährend der Wahrheit, ist das schon sehr traurig.

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